Wissenslounge

Damit unsere Kunden jederzeit von diesem Expertenwissen profitieren können, bereiten wir relevante Informationen kontinuierlich auf. Das schafft Transparenz und ist ein wesentlicher Baustein für eine vertrauensvolle und zielführende Zusammenarbeit.

Bei weiterführenden Fragen wenden Sie sich gern an unsere Experten.

Innovative Beschaffungswege

Gängige Beschaffungswege in der Bau- und Immobilienwirtschaft verlaufen nach folgendem Modell: Bedarfsermittlung, Planung, Ausführung und Betrieb mit einer Vielzahl von Einzelvergaben und Schnittstellen sowie mit Kosten- und Terminaussagen bis zum nächsten Meilenstein im Lebenszyklus einer Immobilie. Die fehlende vertragliche Verknüpfung der Schnittstellen und die voneinander isolierten Vorgänge bergen bei der herkömmlichen Flächenbeschaffung haftungsrechtliche, terminliche und finanzielle Risiken. Die Beschaffungskosten sind frühestens mit der Vergabe der Schlüsselgewerke verbindlich bekannt, und was der Betrieb der Immobilie mittel- und langfristig kosten wird, lässt sich verlässlich erst nach den ersten Nutzungsjahren sagen.

Gut zu wissen

Die Initiative „Lebenszyklusprojekte“, bestehend aus Vertretern der Immobilienbranche mit DU Diederichs, entwickelte einen innovativen Beschaffungsprozess für private Auftraggeber. Kern dieses Verfahrens ist die gebündelte Vergabe von Planung, Bau, Finanzierung und Betrieb an einen Realisierungspartner. Die Vergabe erfolgt in einem geregelten Leistungs- und Preiswettbewerb in der frühestmöglichen Projektphase, direkt nach der Bedarfsformulierung. Dadurch werden die größtmöglichen wirtschaftlichen Vorteile gehoben.

Ein frühzeitiges, verbindliches Warm-Mietpreis-Angebot für die benötigten Flächen gibt Kosten- und Terminsicherheit über den ganzen Lebenszyklus und stellt die Investitions- bzw. Anmietungsentscheidung des Auftraggebers auf ein solides Fundament. Der in das Verfahren integrierte Architekturwettbewerb gewährleistet eine ansprechende Architektur.

Weitere Vorteile des ganzheitlichen Realisierungsmodells: minimaler Koordinationsaufwand und minimales Bauherrenrisiko, da nur ein Ansprechpartner und nur ein Vertragspartner bestehen.

(PDF zum Download)

Unser Experte

Bei Lebenszyklusprojekten steht Ihnen unser Experte Herr Dipl.-Ing. Architekt Henrik Vogt beratend zur Seite (wissen@du-diederichs.de, Tel. 0228. 24 98 27.0).

Aktualisierte Wägungstabelle für angemessene Honorierung

Die Honorierung von Projektsteuerern und Projektmanagern unterliegt der AHO-Honorarordnung. Zur transparenteren Handhabung und Bewertung von Teilleistungen entwickelten DU Diederichs-Vorstand Werner Schneider und Rechtsanwalt Dr. Klaus Eschenbruch eine Wägungstabelle. Diese beinhaltet eine systematische Aufschlüsselung der Grundleistungen der Projektsteuerung und kommt bei Pauschalverträgen zur Anwendung. Die 2014 vollständig überarbeitete Neuauflage von AHO-Heft 9 „Leistungsbild und Honorierung“ brachte essentielle Änderungen der Grundleistungen sowie der Honorierungsvorschläge mit sich. Gründe genug, das Thema Wägungstabelle erneut aufzugreifen.

Gut zu wissen

Im Zuge des neuen Leistungsbilds wurde die Bewertung der einzelnen Teilleistungen fortgeschrieben. Für die prozentualen Honoraranteile der fünf Stufen bedeutet dies eine Verschiebung in die späteren Projektphasen:

·  Stufe 1 Projektvorbereitung: 19%
  (bis 2009: 26%)

·  Stufe 2 Planung: 21%
  (bis 2009: ebenfalls 21%)

·  Stufe 3 Ausführungsvorbereitung: 22%
  (bis 2009: 19%)

·  Stufe 4 Ausführung: 30%
  (bis 2009: 26%)

·  Stufe 5 Projektabschluss: 8%
  (bis 2009: ebenfalls 8%)

Diese Umstellung der Werte führte zu einer Anpassung der Wägungssätze. Die Wägungssätze wurden dem Leistungsbild angepasst und neu bewertet. Sie kommen bei der Vergütung von Teilleistungen zum Anwendung. Veröffentlicht wurden die neuen Wägungstabellen in „Baurecht“, Ausgabe März 2015. Teilleistungskataloge und Wägungstabellen bieten für die Projektsteuerung eine wichtige Orientierung.

Unser Experte

Mit den Details der Honorarordnung gemäß AHO kennt sich unser Experte Herr Dipl.-Ing. Werner Schneider bestens aus. Bei Fragen erreichen Sie ihn unter der Rufnummer 0202. 245 71.0 oder unter wissen@du-diederichs.de.

Empfehlungen aus der Reformkommission Bau von Großprojekten

Kostenüberschreitungen und Terminprobleme bei öffentlichen und privaten Bauprojekten gaben 2013 den Auslöser für die Einberufung der „Reformkommission Bau von Großprojekten“. Seit dem 29. Juni 2015 liegt der Abschlussbericht vor. Am 9. Dezember 2015 wurde der entsprechende Aktionsplan vom Bundeskabinett verabschiedet.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur beauftragte Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und öffentlicher Hand, Vorschläge zu erarbeiten: Wie können künftig Termin- und Kostenpläne bei großen Bauprojekten besser eingehalten werden?

Eine der sieben Arbeitsgruppen widmete sich mit DU Diederichs- und DVP-Vorstand Werner Schneider dem Thema Projektsteuerung. Herr Schneider nahm darüber hinaus in 2014 die Aufgaben des DVP in der Reformkommission wahr.

Gut zu wissen

Der Abschlussbericht benennt zahlreiche Handlungsempfehlungen, u.a. für den Bereich der Projektsteuerung. Hier ein kleiner Auszug:

Dem Bauherrn wird empfohlen, den Projektsteuerer bei der Vergabe des Projektmanagements von Großprojekten nach anspruchsvollen Kriterien auszuwählen.

Projektrisiken können frühzeitig entdeckt werden, indem bereits vor der Definition von Zeit- und Mittelbedarf ein qualifiziertes Projektteam eingesetzt wird, das sich intensiv mit der Projektentwicklung und der Bedarfsermittlung auseinandersetzt.

Der öffentlichen Hand wird empfohlen, die erste Zahl zu den Projektkosten erst dann öffentlich zu kommunizieren, wenn eine fundierte Bedarfsanalyse vorliegt und die Projektrisiken identifiziert und bewertet wurden.

Unser Experte

Weitere Handlungsempfehlungen und Details kennt unser Experte Herr Dipl.-Ing. Werner Schneider (wissen@du-diederichs.de, Tel. 0202. 245 71.0).

Stakeholder-Management, Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung bei Infrastrukturvorhaben

Infrastrukturprojekte stehen im Fokus der Öffentlichkeit. Ein Großteil der Bevölkerung blickt oft kritisch auf die Planungs- und Umsetzungsprozesse: Kostenexplosionen, erhebliche Bauverzögerungen und Einschnitte in Lebensräume wecken Zweifel an der gesellschaftlichen und ökonomischen Legitimation von Infrastrukturprojekten und Großbauvorhaben. Großprojekte wirken sich beträchtlich auf die Umgebung und das soziale Umfeld des Projektstandorts aus. Damit ist der Bausektor weit stärker von gesellschaftlicher Interaktion geprägt als andere Branchen.

Gut zu wissen

Um die Akzeptanz und das Vertrauen der Bürger zu gewinnen, bedarf es einer Beteiligungs- und Informationskultur mittels standardisierter Prozesse. Klar im Vorteil ist, wer den Bürger früh einbezieht und ihm bereits im Rahmen der Projektvorbereitung die allgemeinen Ziele des Vorhabens, die verwendeten Mittel und die voraussichtlichen Auswirkungen transparent vorstellt. Die Partizipation des Bürgers am Planungsprozess aktiv zu stärken, fördert die Akzeptanz der Öffentlichkeit für ein Vorhaben enorm. Informelle Verfahren bieten hier zuverlässige Herangehensweisen. Kommunikationskonzepte können mit Hilfe von Stakeholder-Analyse und -Management erstellt und fortgeschrieben werden. Dies bewirkt, die Beteiligten, die zu Beteiligenden und die Werkzeuge als ganzheitliches Konzept aufzubauen und aufeinander abzustimmen. Qualifizierte Fachkräfte können an dieser Stelle zu einer erfolgreichen Projektrealisierung beitragen mit der Konsequenz, Kosten, Termine und andere Einflussfaktoren aktiv zu gestalten.

Unsere Expertin

Weitere zielführende Methoden bezüglich Stakeholder-Management, Öffentlichkeitsarbeit und Beteiligungsverfahren kennt unsere Expertin Frau Dipl.-Ing., M. Sc. REM + CPM Désirée Ginsbach (wissen@du-diederichs.de, Tel. 0202. 245 71.0).

Wie viele Stellplätze braucht der Wohnungsbau der Zukunft?

Jedes Neubauprojekt im Wohnungsbau bringt u.a. folgende Frage mit sich: Wie viele Stellplätze für Kraftfahrzeuge und Fahrräder werden pro Wohneinheit benötigt? Geregelt wird dieser Punkt durch die Bauordnungen der Bundesländer, also deutschlandweit heterogen. In manchen Regionen sind keinerlei Mindestzahlen, in anderen Regionen hingegen Höchstzahlen festgelegt. Wiederum andernorts gibt es keine Stellplatzpflicht für Fahrzeuge, wohl aber für Fahrradabstellplätze. Überlässt man die oft großzügig veranschlagte Anzahl der Stellplätze pro Wohneinheit den Vermarktern oder zeichnet sich in den deutschen Großstädten ein deutlicher Wandel in der Mobilität ab?

Gut zu wissen

Im Sinne einer ganzheitlichen Immobilienbetrachtung im gesamten Lebenszyklus sollte sich die Anzahl der Stellplätze jedoch nicht nur auf den heutigen Bedarf beziehen. Für die kommenden Jahre wird in den großen deutschen Innenstädten ein deutlich geringerer Bedarf an Stellplätzen prognostiziert. Es lohnt sich also, die gängigen Vermarktervorschläge zu hinterfragen. Eine Analyse der konkreten Kosten für einen Stellplatz sowie eine Optimierung der Lage und Anzahl von Stellplätzen grenzt Fehlinvestitionen ein.

Der Wohnraumbedarf in den deutschen Metropolen steigt kontinuierlich. Gleichzeitig ist dort ein Umdenken in der Mobilität spürbar: Car-Sharing, ÖPNV, Fahrrad und E-Mobilität werden stärker frequentiert. Die bisherigen Stellplatzanforderungen stehen damit auf dem Prüfstand. Vorteilhaft ist hier, den steigenden Bedarf an E-Mobilität frühzeitig in die Planung von Wohnungsbauten mit einzubeziehen durch Ladestationen, behindertengerechtes Bauen und qualifizierte Fahrradplätze. Eine Ladeinfrastruktur für E-Autos, -Bikes und Rollatoren lässt sich auch im Bestand wirtschaftlich nachrüsten. Vorausschauende Planung und Vorschläge, die auf die Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten sind, optimieren jedes Wohnungsbauprojekt.

Unser Experte

Fragen rund um den Wohnungsbau und die dazugehörigen Stellplätze beantwortet Ihnen unser Experte Herr Prof. Dipl.-Ing. Arch. Bernd Bötzel (wissen@du-diederichs.de, Tel. 030. 21 23 38.0).

Budget- und termingerecht bauen mit Totalunternehmervergabe

Bei der Realisierung großer Baumaßnahmen stoßen Kommunen oftmals an die Grenzen ihrer personellen Kapazitäten. Dabei gilt bei öffentlichen Bauverwaltungen kosten- und termingerechtes Bauen als oberstes Ziel. Dies zu erreichen, stellt die Kommunen in der Beschaffungsrealität oftmals vor große Herausforderungen.

Gut zu wissen

Ein praxiserprobtes Instrument des Vergaberechts ist die Totalunternehmervergabe auf Grundlage funktionaler Leistungsbeschreibung. Der Totalunternehmer plant und baut das Objekt alleinverantwortlich und übernimmt dadurch das vollständige Mengenrisiko für den Auftrag­geber. Diese Vergabeart eignet sich insbesondere für Neubauten mit definierbarer Risikostruktur, da hier die Vorteile der Freiheitsgrade zur Angebotserstellung verstärkt genutzt werden können.

Die größten Vorteile gegenüber der konventionellen Vergabe bestehen in der Wirt­schaftlichkeit der Beschaffung und in der konkurrenzlos frühen und hohen Kosten- und Termin­sicherheit für den Auftraggeber. Sie bietet kleinen und mittleren Kommunen mit begrenzten Ressourcen die Chance, Hochbaumaßnahmen effizient und wirtschaftlich zu organisieren. So wird budget- und termingerechtes Bauen mit architektonischem Anspruch möglich.

Unser Experte

Fragen zu vergaberechtlichen Rahmenbedingungen und vielem mehr rund um die Totalunternehmervergabe  beantwortet Ihnen gern unser Experte Herr Dipl.-Ing. Arch. Henrik Vogt (wissen@du-diederichs.de, Tel. 0228. 24 98 27.0).

Bekämpfung von Zahlungsverzug im Geschäftsverkehr gesetzlich neu geregelt

Die Zahlungsmoral vieler Auftraggeber zieht sich zum Teil schleppend über Monate hin. Dies bringt personal- oder kapitalintensive Betriebe schnell an den Rand ihrer Liquiditätsreserven oder aber auch deren kleinere Nachunternehmer an den Rand bzw. in die Insolvenz. Um weitere wirtschaftliche Schäden zu vermeiden, hat der deutsche Gesetzgeber am 29.7.2014 die europäische Richtlinie zur Bekämpfung von Zahlungsverzug in einem Gesetz manifestiert, das den gesamten unternehmerischen Verkehr betrifft.

Gut zu wissen

Die Neuregelung sieht vor, die Zahlungsfrist für einen Kaufpreis, Vergütung oder Werklohn auf 60 Tage zu begrenzen, für Auftraggeber der öffentlichen Hand sogar auf 30 Tage. Auch die Abnahme von Werksverträgen oder Warenüberprüfung unterliegt ab sofort der strengeren Frist von 30 Tagen. Gleichzeitig ist die Addition der Fristen nicht mehr gestattet. Somit beginnt die Zahlungsfrist mit der Möglichkeit der Abnahme. Zudem wurden die Verzugszinsen um ein Prozent erhöht und eine generelle Kostenpauschale von 40 Euro festgesetzt. Höhere Kosten können weiterhin geltend gemacht werden.

Die deutlich kürzeren Fristen können Umstrukturierungs­maßnahmen erforderlich machen, um den Gesetzes­vorgaben nachzu­kommen. Dies betrifft v.a. Betriebe mit detaillierter Compliance-Struktur oder größere Bauvorhaben, bei denen Gutachter für die Abnahme hinzugezogen werden müssen.

Unser Experte

Wie Sie darauf mit welchen Managementtools risikoarm reagieren können, beantwortet Ihnen unser Experte Herr Prof. Dipl.-Ing. Arch. Bernd Bötzel (wissen@du-diederichs.de, Tel. 030. 21 23 38.0).

Planerleistungen stufenweise abrufen?

Verträge bei Bauprojekten sehen oftmals einen stufenweisen Abruf von Planerleistungen vor. Bereits bei der Novellierung der HOAI 2009 war strittig, ob bei einem stufenweisen Abruf die neuen HOAI-Tafelwerte für alle nach dem Zeitpunkt der Bekanntmachung der neuen HOAI abgerufenen Leistungsphasen gelten oder aber die Honorarwerte zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gültigen HOAI.

Gut zu wissen

Laut Beschluss vom Landgericht Koblenz bestimmt der Zeitpunkt des Abrufs die anzuwendende Honorarordnung. Für den Bauherrn besteht daher das Risiko, bei stufenweisem Abruf von Leistungen bei Änderung der HOAI für nicht abgerufene Stufen höhere Honorare zu zahlen. Diese Entscheidung durchlief bereits mehrere juristische Instanzen. Das Oberlandesgericht Koblenz bestätigte das Landgerichtsurteil zur Gültigkeit der neuen HOAI bei stufenweisem Abruf. Im Dezember 2014 hat der Bundesgerichtshof diese Entscheidung bestätigt.

Im Hinblick auf die Risikovorsorge bietet es sich somit an, eine entsprechende Rückstellung zu bilden und zudem mit dem Vertragspartner zu klären, ob weiterhin das Leistungsbild der HOAI 2009 oder das neue Leistungsbild vereinbart werden soll. Außerdem empfiehlt sich eine Überprüfung der Vertragsmuster.

Unser Experte

Was ist zu tun bei stufenweisem Abruf von Leistungen? Unser Experte Herr Professor Dipl.-Ing. Arch. Bernd Bötzel berät Sie gern. Sie erreichen ihn unter wissen@du-diederichs.de, Tel. 030. 21 23 38.0.

Infrastrukturprojekte erfolgreich steuern

Viele Infrastrukturanlagen in Deutschland sind in die Jahre gekommen und müssen daher saniert oder neu gebaut werden. Zudem stellen das steigende Verkehrsaufkommen sowie die Energiewende besondere Ansprüche. Infrastrukturprojekte erfolgreich zu koordinieren und zu steuern wird zunehmend komplexer, da die Öffentlichkeit und der städtebauliche Raum sehr stark betroffen sind. Bei der Projektabwicklung kann es zu Problemen kommen, wenn die Grundlagen und die soziale Umwelt bereits zu Projektbeginn nicht eindeutig definiert und integriert wurden.

Gut zu wissen

Der DVP-Arbeitskreis* „Projektmanagement bei Infrastrukturvorhaben“ beschäftigt sich mit der Weiterentwicklung des Projektsteuerungsleistungsbilds für Infrastrukturprojekte. Der inhaltliche Schwerpunkt lag zuletzt auf der Darstellung der „Besonderen Leistungen“ bei Infrastrukturvorhaben. Da im hochbauorientierten AHO-Heft 9 infrastrukturspezifische Aufgabenfelder nicht in ausreichendem Maße behandelt werden, vervollständigen nun die Ergebnisse des Arbeitskreises das Leistungsbild.

Mit der ersten Veröffentlichung „Projektmanagement bei Infrastrukturvorhaben“ (DVP-Verlag) definierte der Arbeitskreis besondere Leistungen der Projektsteuerung von Infrastrukturvorhaben. Ein Schwerpunkt ist die Bearbeitung einer „Konzeptphase“ vor dem eigentlichen Projektbeginn. Die Erarbeitung einer Konzeptphase steigert den Erfolgsfaktor in den späteren Projektphasen – auch für Ihr Projekt.

Unser Experte

Bei Fragen rund um die Projektsteuerung von Infrastrukturvorhaben wenden Sie sich gern an unseren Experten Herrn Dipl.-Ing. M. Sc. Christian Brunstein, Mitglied im o.g. Arbeitskreis und seit Juli 2014 dessen stellvertretender Leiter (wissen@du-diederichs.de, Tel. 0202. 245 71.0).

* DVP: Deutscher Verband der Projektmanager in der Bau- und Immobilienwirtschaft e.V.

AHO-Heft 9 grundlegend überarbeitet

Das AHO-Heft 9 „Projektmanagementleistungen in der Bau- und Immobilienwirtschaft“ wird herausgegeben vom Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung e.V. (AHO). Es beinhaltet das Projektmanagement-Leistungsbild, dessen Honorierung und Anwendung. Somit ist es ein Grundlagenwerk für das Bauprojektmanagement. Verfasser sind die Mitglieder der AHO-Fachkommission, in der fachlich hochqualifizierte Ingenieure und Architekten ehrenamtlich arbeiten.

Gut zu wissen

Im Mai 2014 erschien die 4., vollständig überarbeitete Neuauflage. Triftigen Anlass dazu gaben die aktuellen Anforderungen an die Praxis sowie die Novellierung der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure 2013 (HOAI). Daraus resultierten geänderte Anforderungen an das Projektmanagement. Änderungen sind nun in der neuen Leistungs- und Honorarordnung umfänglich berücksichtigt. Insbesondere  die Begriffe und Anforderungen an die Leistungserbringung wurden präzisiert und vereinheitlicht. Der Kommentar sowie die Leitfäden zur Beauftragung und Vertragsgestaltung erfuhren ebenfalls eine maßgebliche Überarbeitung. Zu beziehen ist das Heft über  den DVP (www.dvpev.de).

Unser Experte

Bei Fragen rund um das AHO-Heft 9 wenden Sie sich gerne an Herrn Dipl.-Ing. Werner Schneider, AHO-Fachkommissions-Mitglied und DVP-Vorstand (wissen@du-diederichs.de, Tel. 0202. 245 71.0).

Baukostenmodell nach HOAI jetzt unwirksam

Bis dato konnten die Parteien eines Architektenvertrags das Honorar nach dem Baukostenmodell vereinbaren – vorausgesetzt, zum Zeitpunkt der Beauftragung lagen noch keine konkreten Planungen als Voraussetzung für eine Kostenschätzung oder -berechnung vor. Das Honorar wurde anhand der geschätzten Baukosten und auf Grundlage einvernehmlich festgelegter, nachprüfbarer Baukosten festgesetzt. Diese Regelung erklärte nun der Bundesgerichtshof (BGH) mit seinem Urteil vom 24.04.2014 für unwirksam.

Gut zu wissen

Der BGH begründete sein Urteil damit, dass das Baukostenmodell gegen die Vorgabe verstößt, Mindest- und Höchstsätze verbindlich festzulegen (§ 2 Abs. 2 Satz 1 MRVG). Wenn nach Vertragsabschluss zum Baukostenmodell die tatsächliche Arbeitsleistung des Architekten bzw. Planers aufgrund der anschließenden konkreten Planungen wesentlich höher ausfällt, als dies in den Kosten kalkuliert wurde, kann es dazu führen, dass das Mindesthonorar des Architekten bzw. Planers nicht erreicht wird. Dies wäre mit dem strikten Vergütungssystem der HOAI nicht vereinbar.

Zudem würde auf Planer und Architekten ein zu hoher Wettbewerbsdruck ausgeübt. Der Auftraggeber könnte andeuten, mit einem anderen Anbieter zu verhandeln, sollte der Planer die vorgegebenen Baukosten nicht akzeptieren. In diesem Fall könnte auch die Qualität der Planungsleistungen leiden.

Unbedenklich hingegen ist die Vereinbarung einer Baukostenobergrenze, da der Architekt oder Planer seine Planung hierauf ausrichten kann.

Unser Experte

Herr Prof. Dipl.-Ing. Arch. Bernd Bötzel unterstützt Sie gern bei Fragen zur HOAI und zum Baukostenmodell (wissen@du-diederichs.de, Tel. 030. 21 23 38.0).

Nachhaltigkeitszertifizierung aus Nutzersicht

Nachhaltiges Bauen wird meist im Fokus der Energieeinsparung und regenerativen Energien wahrgenommen. Ökologische und ökonomische Vorteile liegen etwa in den umweltverträglichen Baumaterialien. Das soziokulturelle Umfeld des Gebäudes profitiert u.a. durch eine hohe Aufenthaltsqualität und Immissionsschutz. Nutzer sind zudem oftmals auf der Suche nach maximalen Qualitäten bei minimaler Nettokaltmiete. Sie wünschen sich minimale Baunebenkosten und eine hohe Energieeffizienz – bei höchsten Anforderungen an Raumklima und Flexibilität. Diese nutzerseitigen Zieldefinitionen gilt es auf dem Weg zur Zertifizierung zu berücksichtigen.

Gut zu wissen

Einem hochqualifizierten Mitarbeiter steht regulär eine Bürofläche von etwa 15 m² zur Verfügung. Bei 10 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete stehen somit 150 Euro Miete einem rund 20 bis 30 Mal höheren Gehalt gegenüber. Fehlt beispielsweise ein außenliegender Sonnenschutz, sinkt die Produktivität im Sommer erheblich. Die Verschattung von optimierten Arbeitsplätzen ist Teil des Zertifizierungsprozesses. Mit einem qualifizierten und erfahrenen Projektteam, einer zeitgemäßen Fassadenplanung und Reduzierung der Wärmelasten lassen sich Gebäude effizient optimieren. Ziel der Zertifizierung ist es, einen Prozess der integralen Planung zu initiieren und das Gebäude für den Nutzer zu optimieren.

Unser Experte

Fragen zu Nachhaltigkeitszertifizierungen? Unser Green Building-Experte Herr Professor Dipl.-Ing. Arch. Bernd Bötzel beantwortet sie gern (wissen@du-diederichs.de, Tel. 030. 21 23 38.0).

Deutsche Gesellschaft für Außergerichtliche Streitbeilegung im Bauwesen

Streitigkeiten bei Bauprojekten können schnell in langwierigen und kostspieligen juristischen Verfahren münden. Dies zu vermeiden, liegt im Interesse Vieler. Methoden der außergerichtlichen Streitbeilegung können hier Abhilfe schaffen, denn sie sorgen dafür, dass es erst gar nicht zu einem Gerichtsverfahren kommt. Um die außergerichtliche Streitbeilegung zu intensivieren, gründeten DU Diederichs-Aufsichtsratsvorsitzender Professor Claus Jürgen Diederichs, DU Diederichs-Vorstand Werner Schneider sowie weitere Experten der Baubranche die DGA-Bau (Deutsche Gesellschaft Außergerichtliche Streitbeilegung im Bauwesen e.V.).

Gut zu wissen

Der Verein mit Sitz in Berlin wurde am 19.12.2013 gegründet, Professor Diederichs wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Zu den Vereinszielen gehören, das Verständnis für außergerichtliche Streitbeilegung im Bauwesen zu fördern, eine rasche und endgültige Erledigung von Streitigkeiten zu unterstützen, Fallbeispiele zu dokumentieren und mittels Fachtagungen, Kongressen und Publikationen das Fachwissen zu verbreiten sowie die Diskussion fortzusetzen. Zudem führt der Verein Listen qualifizierter Personen, so dass Interessierten auf Anfrage Schlichter, Adjudikatoren, Schiedsgutachter und Schiedsrichter genannt werden können.

Mit der Vereinsgründung wurde ein weiterer Schritt getan, um die außergerichtliche Streitbeilegung im Bauwesen zu verbreiten und etablieren.

Unser Experte

Bei Fragen rund um die außergerichtliche Streitbeilegung wenden Sie sich gern an unseren Experten Herrn Dipl.-Ing. Werner Schneider, wissen@du-diederichs.de, Tel. 0202. 245 71.0.

HOAI-Novellierung gültig seit 17. Juli 2013

Die Verordnung über die Honorare für Architekten- und Ingenieurleistungen (HOAI) regelt die Berechnung der Entgelte für die Grundleistungen eben jener Berufsgruppen. Die jüngste HOAI-Novellierung trat mit Zustimmung des Bundesrates zum 17. Juli 2013 in Kraft.

Gut zu wissen

Die wesentlichen Neuerungen im Überblick:

• Die Honorarsätze erhöhen sich leistungsbildspezifisch um durchschnittlich 17%, wovon ca. 40% auf Leistungsanpassungen zurückzuführen sind.

• Die Leistungsbilder wurden aktualisiert, ergänzt und verdeutlicht – insbesondere unter dem Aspekt der Kosten- und Terminsicherheit. So sind z.B. Terminplanung und -kontrolle Bestandteil der Grundleistungen beim Architekten.

Sowohl bei neuen als auch bei laufenden Auswahlverfahren bzw. Vertragsanpassungen gilt es, die neue HOAI zu berücksichtigen.

Unsere Expertin

Fragen zur HOAI? Unsere Expertin Frau Dipl.-Ing. Wiebke Menz hilft Ihnen gern weiter. Sie erreichen sie unter wissen@du-diederichs.de oder Tel. 030. 21 23 38.30.