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Glossar

Dieses Glossar enthält Begriffe aus der Welt des Projektmanagements.
Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Im Gegenteil sind wir für Verbesserungen und Nachträge dankbar.
Schließlich wollen wir uns doch gut verstehen.



ABCD EFGH IJKL MNOP QRST UVWXYZ

Inbetriebnahmen

Die Inbetriebnahme ist die erstmalige bestimmungsgemäße In-Dienst-Stellung/Nutzung einer Anlage.

Investitionsrahmen

Entspricht dem Kostenrahmen.1)

Investitionsrechnung

Sie umfasst sämtliche statischen und dynamischen Verfahren der Wirtschaftlichkeitsberechnung.1)

Investorenausschreibungen

Ausschreibung der kompletten Baumaßnahme einschließlich Finanzierung und Betrieb.

Jours-fixes

Sie sind regelmäßige Projektbesprechungen (meistens 14-tägig) zur Diskussion der anstehenden Probleme sowie zur Fällung und Durchsetzung von Entscheidungen. Der Bauherr/Projektleiter lädt ein und der Projektmanager verfasst das Protokoll. Ständiger Teilnehmer ist der Architekt. Weitere Teilnehmer (Planer und während der Ausführung auch Unternehmer) nehmen bei Bedarf teil und werden jeweils separat eingeladen. Als wesentliches Ergebnis der Projektbesprechungen wird ein Entscheidungs- und Maßnahmenkatalog geführt, in den alle noch ausstehenden Entscheidungen aufgenommen werden. Ferner wird eine Liste der getroffenen Entscheidungen geführt. Im Anschluss an die Projektbesprechungen werden auch die Ablaufbesprechungen geführt über den jeweils erreichten Stand der Planung und Ausführung mit Soll-/Ist-Vergleich und Abweichungsanalyse sowie Diskussion erforderlicher Anpassungsmaßnahmen bei drohenden oder eingetretenen Terminüberschreitungen mit Auswirkungen auf kritische Termine.1)

Kapazität

Nach DIN 69902 Einsatzmittel (englisch: ressources), d. h. Personal- und Sachmittel, die zur Durchführung von Vorgängen, Arbeitspaketen oder Projekten benötigt werden.1)

Kapazitätsplanung

Sie stellt das erwartete/nötige Erfordernis von Ressourcen/Kapazitäten (Menschen/Maschinen) im Verhältnis von Einsatzdauer und Einsatzzeitpunkt für die Erbringung einer Leistung dar.

Kapazitätsrahmen

Er gibt die voraussichtlich erforderlichen Kapazitäten/Ressourcen für Planung und Ausführung vor. Zur Ermittlung sind Überschlagrechnungen für den erforderlichen Personaleinsatz in der Planung und Ausführung, ggf. auch für den Geräteeinsatz in der Ausführung, anzustellen.1)

Kaufmännische Immobilienbewertung

Im Rahmen einer Immobilientransaktion werden die steuerlichen und wirtschaftlichen Faktoren objektiviert. Durch die kaufmännische Immobilenbewertung wird Transparenz geschaffen und es werden Zukunftsperspektiven der Immobilie aufgedeckt. Die kaufmännische Immobilienbewertung ist Teil einer "Due Diligence".

Konfliktmanagement

Ein Problem zeichnet sich dadurch aus, dass ausschließlich Sachproblematiken zu lösen sind. Ein Konflikt dagegen ist der Zusammenstoß von zwei oder mehreren Bedürfnissen, Interessen, Gefühlen oder Aktionen, die miteinander im Widerstreit stehen. Bei der Zusammenarbeit äußert sich ein Konflikt abhängig davon auf verschiedene Weise. Zumindest führen Konflikte zu Verschlechterung der Motivation der betroffenen und können somit Geschäfts- und auch andere Ziele gefährden. Im Rahmen des Konfliktmanagements werden auftretende Konflikte hinsichtlich der Ursache auf Sachebene, Beziehungsebene oder Werteebene analysiert und frühzeitig abgebaut. Eskalieren Konflikte, ist eine Lösung schwierig bzw. ein Ziel gefährdet.

Koordination Bauherreneigenleistungen

Der Projektsteuerer erhält vom Auftraggeber regelmäßig die projektrelevanten Informationen und ist somit in die Abläufe der Bauherreneigenleistungen eingebunden. Durch regelmäßige Projektsteuerungssitzungen wird die Transparenz und Steuerbarkeit des Projektablaufs und die Entscheidungskompetenz des Auftraggebers sichergestellt, außerdem wird eine ständige Kontrolle der Übereinstimmung von Projektzielen und Projektablauf ermöglicht.
Die laufende Abstimmung mit dem bzw. Information des Auftraggebers erfolgt auch in regelmäßigen Abständen durch einen überblicksartigen Bericht über den Stand des gesamten Projekts sowie wichtiger Teilphasen, in dem auch die seitens des Auftraggebers erforderlichen Ent-scheidungen aufgezeigt und erinnert werden.

Koordination Bauherreneigenl.

Koordination von Planungsbeteiligten

Der Projektsteuerer fragt den aktuellen Leistungsstand der Planungsbeteiligten ab und legt mit dem Auftraggeber und den Planungsbeteiligten die Prioritäten für den weiteren Projektablauf fest. Die sich aus den Projektsteuerungssitzungen und anderen Besprechungen, wie z.B. internen Planungsbesprechungen sowie weiterer Abstimmungen, ergebenden offenen Punkte werden als offene Punkte bzw. Entscheidungen erörtert und bis zu deren Erledigung in den Protokollen mitgeführt.

Kosten

Sie sind der bewertete betriebsnotwendige Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen sowie für die Bereitstellung der hierfür erforderlichen Kapazitäten, die zur Herstellung und zum Absatz der betrieblichen Leistung benötigt werden. Dem Werteverzehr steht i. d. R. eine Wertschöpfung in Form einer betrieblichen Leistung gegenüber. Kosten im Hochbau sind nach DIN 276 (Juni 1993) Aufwendungen für Güter, Leistungen und Abgaben, die für die Planung und Ausführung von Baumaßnahmen erforderlich sind. DIN 276 sieht 3 Kostengliederungsebenen durch 3-stellige Ordnungszahlen vor. In der 1. Ebene werden die Gesamtkosten in folgende 7 Kostengruppen gegliedert: 100 Grundstück 200 Herrichten und Erschließen 300 Bauwerk - Konstruktionen 400 Bauwerk - Technische Anlagen 500 Außenanlagen 600 Ausstattung und Kunstwerke 700 Baunebenkosten.1)

Kosten-Nutzen-Analyse

Sie dient der Beurteilung der Vorteilhaftigkeit gesamtwirtschaftlich bedeutsamer Investitionen und versucht, eine Beziehung zwischen dem Nutzen und den durch die Investition verursachten Kosten herzustellen mit der Zielsetzung, den gesamtwirtschaftlichen Nutzen zu maximieren. Sie bietet sich an, wenn alle betrieblichen und gesellschaftlichen Nutzen- und Kostenfaktoren mit Geldeinheiten bewertbar sind, und weist damit wie die Wirtschaftlichkeitsberechnung ein nur eindimensionales Zielsystem auf.1)

Kostenabweichung

Sie ist das Ergebnis einer Kostenkontrolle oder eines Kostenvergleichs. Kostenabweichungen sind vor allem begründet durch
- gewollte Projektänderungen hinsichtlich Standard oder Menge,
- Schätzungsberichtigungen, die auf Ungenauigkeiten in der Mengenermittlung oder auf Abweichungen von den Kostenkennwerten vorausgegangener Projektphasen beruhen oder
- Indexänderungen aufgrund der Baupreisentwicklung.1)

Kostenanschlag

Er ist eine möglichst genaue Ermittlung der Kosten und dient nach DIN 276 (Juni 1993) als eine Grundlage für die Entscheidung über die Ausführungsplanung und die Vorbereitung der Vergabe. Im Kostenanschlag sollen die Gesamtkosten nach Kostengruppen mindestens bis zur 3. Ebene der Kostengliederung ermittelt werden.1)

Kostenberechnung

Sie ist eine angenäherte Ermittlung der Kosten und dient als eine Grundlage für die Entscheidung über die Entwurfsplanung. In der Kostenberechnung sollen die Gesamtkosten nach Kostengruppen mindestens bis zur 2. Ebene der Kostengliederung ermittelt werden.1)

Kostencontrolling

Auf Basis des Vergleiches einer aktuellen mit einer früheren Kostenermittlung werden Kostenabweichungen erkannt. Das Controlling dient der Verfolgung der gesetzten Kostenziele.1)

Kostenermittlung

Sie ist die Vorausberechnung der entstehenden Kosten bzw. die Feststellung der tatsächlich entstandenen Kosten. Kostenermittlungen dienen als Grundlagen für die Kostenkontrolle, für die Planungs-, Vergabe- und Ausführungsentscheidungen sowie zum Nachweis der entstandenen Kosten.1)

Kostenfeststellung

Sie ist die Ermittlung der tatsächlich entstandenen Kosten und dient zum Nachweis der entstandenen Kosten sowie ggf. zum Vergleich und zu Dokumentationen. In der Kostenfeststellung sollen die Gesamtkosten nach Kostengruppen bis zur 2. Ebene der Kostengliederung unterteilt werden. Bei Baumaßnahmen, die für Vergleiche und Kostenkennwerte ausgewertet und dokumentiert werden, sollten die Gesamtkosten mindestens bis zur 3. Ebene der Kostengliederung unterteilt werden.1)

Kostengliederung

Sie ist nach DIN 276 (Juni 1993) die Ordnungsstruktur, nach der die Gesamtkosten einer Baumaßnahme in Kostengruppen unterteilt werden.1)

Kostengruppe

Sie ist nach DIN 276 (Juni 1993) die Zusammenfassung einzelner, nach den Kriterien der Planung oder des Projektablaufs zusammengehörender Kosten, die in bis zu 3 Ebenen gegliedert werden.1)

Kostenkennwert

Er ist nach DIN 276 (Juni 1993) ein Wert, der das Verhältnis von Kosten zu einer Bezugseinheit (z. B. Grundflächen oder Rauminhalte nach DIN 277 Teil 1 und Teil 2) darstellt.1)

Kostenkontolle und -steuerung

Kostenoptimierung

Baukostenoptimierung: Erzielen des besten Verhältnisses zwischen Baukosten und Qualitäten/Quantitäten (üblich: mehr Qualitäten/Quantitäten mit geringen Kosten) durch technisch-wirtschaftliche Planungslösungen. Optimierung der Gesamtkosten: Erzielen des besten Verhältnisses zwischen Lebenszykluskosten (Bau-, Baunutzunugs- und Bauunterhaltungskosten) und Qualitäten/Quantitäten (mehr Qualitäten/Quantitäten, geringe Lebenszykluskosten).1)

Kostenplanung

Sie ist nach DIN 276 (Juni 1993) die Gesamtheit aller Maßnahmen der Kostenermittlung, Kostenkontrolle und der Kostensteuerung. Die Kostenplanung begleitet kontinuierlich alle Phasen der Baumaßnahme während Planung und Ausführung. Sie befasst sich systematisch mit den Ursachen und Auswirkungen der Kosten.1)

Kostenrahmen

Er ist die erste und in der DIN 276 sowie auch in den Leistungsphasen der HOAI nicht enthaltene Kostenaussage auf der Basis eines Nutzerbedarfsprogramms. Das "Dilemma der erstgenannten Zahl" ergibt sich häufig daraus, dass der Kostenrahmen von der Kostenfeststellung in erheblichem Maße abweicht. Kostenüberschreitungen können allerdings wirksam dadurch erheblich vermindert oder ganz vermieden werden, dass der Kostenrahmen als zwingend einzuhaltende Budgetgrenze (Kostendeckel) vorgegeben wird.

Kostenschätzung

Sie ist eine überschlägige Ermittlung der Kosten und dient als Grundlage für die Entscheidung über die Vorplanung. In der Kostenschätzung sollen die Gesamtkosten nach Kostengruppen der DIN 276 (Juni 1993) mindestens bis zur 1. Ebene der Kostengliederung ermittelt werden.1)

Kostenstand

Bei Kostenermittlungen ist nach DIN 276 (Juni 1993) vom Kostenstand zum Zeitpunkt der Ermittlung auszugehen; dieser Kostenstand ist durch die Angabe des Zeitpunktes zu dokumentieren. Sofern Kosten auf den Zeitpunkt der Fertigstellung prognostiziert werden, sind sie gesondert auszuweisen.1)

Kostensteuerung

Sie ist das gezielte Eingreifen in die Entwicklung der Kosten, insbesondere in Projektentwicklungs- und Planungsphasen, bei Abweichungen, die durch die Kostenkontrolle festgestellt worden sind.

Kostenvergleich

Der Kostenvergleich ergibt sich aus den Ergebnissen einer Ko­stenermittlungsart durch Verwendung unterschiedlicher Be­zugsgrößen für die Kostenkennwerte (z. B. €/m² BGF; €/ m² HNF; €/m³ BRI) bzw. aus der Gegenüberstellung aktueller mit früheren Kostenermittlungen sowie aus der Differenz zwischen Soll- und Ist-Kosten, z. B. zwischen Vergabebudget und Submissionsergebnis oder zwischen Auftrags- und Schlussabrechnungssumme. Kostenüberschreitungen sind durch Anpassungsmaßnahmen auszugleichen.1)

Kostenwirksamkeitsanalyse

Sie ist eine Methode zur Rangbestimmung bei komplexen Entscheidungs- oder Handlungsalternativen. Sie erlaubt die Beachtung mehrdimensionaler Zielsysteme. Die in Geldeinheiten bewertbaren Faktoren werden wie bei der Kosten-Nutzen-Analyse (KNA) und die nicht monetär bewertbaren Faktoren (intangiblen Effekte) wie bei der Nutzwertanalyse (NWA) behandelt. Die KWA erlaubt keine Beurteilung einer Einzelmaßnahme, sondern nur eine Aussage über die relative Vorteilhaftigkeit von Investitionsalternativen und damit die Aufstellung einer Rangliste.1)

Kritischer Weg

Er ist der Weg, auf dem Ereignisse bzw. Vorgänge so angeordnet sind, dass die gesamte Pufferzeit ein Minimum ist.1)

Kumulativleistungsträger

Auftragnehmer, die mehrere Fachleistungen als Eigen- oder Fremdleistung erbringen, z. B. Generalplaner (GP), Generalunternehmer (GU), Generalübernehmer (GÜ), Totalunternehmer (TU), Totalübernehmer (TÜ), Construction Manager (CM).1)

Leistungsbeschreibung

Nach § 9 VOB/A ist zu unterscheiden zwischen Leistungsbeschreibung mit Leistungsverzeichnis (nach Nr. 6 ff), d. h. allgemeine Darstellung der Bauaufgabe (Baubeschreibung) und ein in Teilleistungen gegliedertes Leistungsverzeichnis, sowie nach Leistungsbeschreibung mit Leistungsprogramm (Nr. 10 ff), d. h. Beschreibung der Bauaufgabe, aus der die Bewerber alle für die Entwurfsbearbeitung und ihr Angebot maßgebenden Bedingungen und Umstände erkennen können und in der sowohl der Zweck der fertigen Leistung als auch die an sie gestellten technischen, wirtschaftlichen, gestalterischen und funktionsbedingten Anforderungen angegeben sind, sowie ggf. ein Musterverzeichnis, in dem die Mengenangaben ganz oder teilweise offen gelassen sind. Nach § 9 Nr. 1 VOB/A ist die Leistung eindeutig und so erschöpfend zu beschreiben, dass alle Bewerber die Beschreibung im gleichen Sinne verstehen müssen und ihre Preise sicher und ohne umfangreiche Vorarbeiten berechnen können.1)

Leistungsbild

Die in den Teilen II bis XIII enthaltenen Leistungsbeschreibungen für die Architekten- und Ingenieurleistungen, die nach Grundleistungen und Besonderen Leistungen unterschieden werden.1)

Leistungswert

Nach DIN 69902 Einsatzmittel-Leistungsvermögen (englisch: ressource unit capacity), d. h. Menge von Einheiten, die durch die Nutzung oder den Verbrauch eines Einsatzmittels in einer Zeiteinheit erzeugt werden kann (z. B. ein Tieflöffelbagger mit 1 m³ Löffelinhalt kann in einer Stunde 50 m³ ausheben).1)

Leitposition

Diejenigen Teilleistungen der verschiedenen Leistungsbereiche eines Bauwerkes, die wertmäßig (aus dem Produkt von Mengen und Einheitspreisen) ca. 80 % bis 90 % der Gesamtkosten des Leistungsbereiches ausmachen, zah­lenmäßig jedoch nur einen prozentualen Anteil zwischen 20 % und 30 % haben.1)

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Quellen:
1) AHO(2004a) Hrsg. - Untersuchungen zum Leistungsbild, zur Honorierung und zur Beauftragung von Projektmanagementleistungen in der Bau- und Immobilienwirtschaft, Heft 9 des AHO e.V., Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft, Köln

2) AHO(2004b) Hrsg. - Neue Leistungsbilder zum Projektmanagement in der Bau- und Immobilienwirtschaft, Heft Nr. 19 des AHO e.V., Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft, Köln

3) FM NRW (2003) Hrsg. - Public Private Partnership im Hochbau - Leitfaden "Wirtschaftlichkeitsvergleich". Finanzministerium des Landes NRW, Düsseldorf

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